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Im Land Kalevas

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Die neue Kabinettausstellung mit Irene Suhr (geb. 1965) im Obergeschoss des Lindenau-Museums bietet zweierlei: Zum einen kann sich der Besucher in die raumgreifenden Bildwelten einer doppelt begabten Künstlerin – Suhr ist Male-rin und Bühnenbildnerin – vertiefen, zum anderen einer „Meditation“ über das kaum mögliche Festhalten des Flüchtigen beiwohnen. Denn die sich stetig...

Die neue Kabinettausstellung mit Irene Suhr (geb. 1965) im Obergeschoss des Lindenau-Museums bietet zweierlei: Zum einen kann sich der Besucher in die raumgreifenden Bildwelten einer doppelt begabten Künstlerin – Suhr ist Male-rin und Bühnenbildnerin – vertiefen, zum anderen einer „Meditation“ über das kaum mögliche Festhalten des Flüchtigen beiwohnen. Denn die sich stetig wandelnde Natur, die bei der Berliner Künstlerin immer im Mittelpunkt steht, lässt sich genau so schwer fassen, vermessen oder archivieren wie Träume oder Mythen.

Und trotzdem setzt Suhr dem unentrinnbaren Prozess von Werden und Verge-hen ihr künstlerisches „Verweile doch!“ entgegen. Ein Teil ihrer Gemälde zeigt schattenhafte Pflanzen, die hinter einem Vorhang versteckt zu sein scheinen. Sie wirken wie Erinnerungen, wie der verblasste Gedanke an eine erlebte und geliebte Landschaft unserer Jugend. In diesen Bildern verfängt sich die Zeit wie der wandernde Schatten an einer trostlosen Häuserfassade. Auch der stets wiederkehrende Rost gibt eine Ahnung vom Verblühen jeder einstigen Schön-heit und jedes Lebens. Oft ist er der einzige Farbwert in Suhrs Gemälden, die in Weiß, Schwarz und Grau verharren.

Der sagenhaften Reise der Medea und der Argonauten, die dem „Goldenen Vlies“ hinterherjagen, sind mehrere Gemälde gewidmet. Sie fußen auf Suhrs Auseinandersetzung mit dem Mythos in Christa Wolfs Roman „Medea. Stim-men“, für den sie bei einer Inszenierung im Radialsystem Berlin das Bühnen-bild und die Kostüme entwarf. Auch auf diesen Bildern entfaltet Suhr ein Spiel vom Verblassen und Wiederaufscheinen des Vergänglichen, von der Natur und der Natur des Menschen. „Tote“ Zweige, Stiele und Federn finden neben Buch-staben und numerischen Codes Eingang in diese Bilder.

Die Unmöglichkeit einer „Vermessung der Welt“ führte Suhr auf spielerische Weise zu Alexander von Humboldt und seinen Reisen, auf denen er Pflanzen sammelte, bestimmte und archivierte. Schließlich begab sich Suhr 2011 selbst auf eine lange Reise nach Finnland, wo sie eigene künstlerische Archive der Natur anlegte. Dieser Reise in das Land Kalevas ist ein eigener Raum im Lin-denau-Museum gewidmet.

Die Ausstellung versammelt neben 20 Gemälden und einer raumgreifenden Installation aus Herbarien auch zahlreiche Arbeiten auf Papier mit Naturalien oder Blätter, bei denen sich die Natur selbst zeichnet. Die Räume des Muse-ums werden als Bühne begriffen, wie es bei einer Bühnenbildnerin auch kaum anders sein kann.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Theater & Philharmonie Thürin-gen, wo Irene Suhr das Bühnenbild und die Kostüme für die Oper „Die verkauf-te Braut“ entwirft, die am 27. Mai 2018 am Landestheater Altenburg Premiere feiert.

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http://www.lindenau-museum.de/index.php/Ausstellungen..html

Lindenau-Museum Altenburg Gabelentzstr. 5 D-04600 Altenburg/Thüringen Tel.: 03447/89553 Fax: 03447/895544 E-Mail: info@lindenau-museum.de www.lindenau-museum.de

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